Schwerer Abschied von der Kirche an der Kempkenstraße

112 Jahre war sie Wahrzeichen der Hoffnung, verbunden mit vielen Lebensgeschichten

Es war der letzte Gottesdienst am Sonntag, den 7.4. in unserer Kirche an der Kempkenstraße in Schmachtendorf. Und wieder flossen Tränen wie schon beim Abschied vom Gemeindehaus in Königshardt vor knapp drei Jahren. Es sind immer die Erinnerungen, die einen Abschied so schwer machen: Erinnerungen an besondere Ereignisse im Leben: Trauungen, Taufen, Beerdigungen, Konfirmationen, Feste.

All diese Spuren im Leben hatten Raum im letzten Gottesdienst. Christina van Anken und Stephanie Züchner griffen sie auf mit Fußspuren, die überall in der Kirche verteilt waren. Und die Kinder des Familienzentrums gingen auf die Suche, um sie zu entdecken. Bei diesem Rückblick hatten auch viele Bilder Raum, die per Beamer gezeigt wurden: Bilder aus den Anfängen vor 112 Jahren, Bilder von Pfarrern, die in dieser Kirche tätig waren, von Jubiläen, aber auch von der Zeit der Kirche als Flüchtlingsunterkunft. Und schließlich gab es von den Kindern auch ein Abschiedsgeschenk: Luftballons, die am Nachmittag mit viel Dank und guten Wünschen in den Himmel aufsteigen sollten.

Auf den Rückblick folgte der Ausblick auf das, was kommt. Stephanie Züchner stellte diesen Ausblick unter ein Wort aus Josua 1: „Siehe, ich habe dir geboten, dass du

getrost und freudig seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“ Diese Zusage Gottes aus dem Josuabuch, erzählte sie ebenso eindrücklich wie schlicht mit Fußspuren und Sätzen, die es auf den Punkt brachten: „Was kommt ist noch unklar. Aber anders muss ja nicht schlechter sein. Und die Zusage Gottes, dass er mitgeht, macht die Trauer nicht kleiner, aber den Mut größer.“

Auch Superintendent Joachim Deterding bezog sich in seinem Grußwort im Anschluss an den Gottesdienst auf dieses Vertrauen: „Wir haben unsere Heimat nicht an einem festen Ort, sondern in Gott. Mit ihm sind wir auf dem Weg. Und das braucht Vertrauen und Glauben an seine Nähe.“

Und dann war es soweit: Stephanie Züchner, die Vorsitzende des Presbyteriums, überreichte den symbolischen Schlüssel der Kirche an die beiden Vorsitzenden des Vereins „Kirche Schmachtendorf“, Markus Hartmann und Frank Klein. Markus Hartmann bedankte sich für das Vertrauen der Gemeinde gegenüber dem Verein und betonte, man werde respektvoll mit der Schmachtendorfer Kirche umgehen, wenn sie ab jetzt als Kulturkirche genutzt wird.

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