„Alles ist bei Gott in Butter“

Kinderkantorei präsentierte das Kindermusical „Martin Luther“ beim Gemeindefest

„Heißt das, lieber Dr. Luther, alles ist bei Gott in Butter?“ Diese Frage brachte auf den Punkt, worum es beim Kindermusical „Martin Luther“ von Gerd-Peter Münden ging, das am 2. Juli von der Kinderkantorei unserer Gemeinde im Rahmen eines Gottesdienstes zum Gemeindefest aufgeführt wurde. Nämlich darum, die Grunderkenntnis des großen Reformators in kindgerechte Bilder, Formulierungen und Musik zu kleiden.

Die Ausgangsszene wirft ein Licht auf die damalige Zeit und ist nahe an der Welt der Kinder: Martin Luther und seine Geschwister sitzen beim Mittagstisch, da erzählt einer der Brüder, dass er in der Schule bestraft wurde, weil er eine falsche Antwort gegeben hat. Zur Strafe muss er einen ganzen Tag lang eine Eselsmaske tragen. Martin Luthers Vater findet das gerecht. Strafe muss sein.  Und es wird deutlich: Alles in der damaligen Zeit ist auf Angst vor Strafe aufgebaut. In der Erziehung und auch in der Kirche.

Es folgen die Stationen von Martin Luthers Leben: Seine Zeit als Student, als Augustiner-Mönch, der Thesenanschlag, Entführung auf die Wartburg, die Bibelübersetzung auf der Wartburg und schließlich seine Rückkehr nach Wittenberg als Prediger. Dort gründet er eine Familie und wird Vater von sechs Kindern.

All diese historischen Stationen des Reformators präsentierte die Kinderkantorei sehr anschaulich mit einem Wechsel von Dialogen, eingängigen Chorstücken und solistischen Einlagen. Die Kinder beeindruckten die Gottesdienstgemeinde mit ihrer Leidenschaft, Präzision und Ausdruckskraft.

In der Schlussszene sitzt wieder eine Familie am Mittagstisch. Diesmal sind Luther und seine Frau Käthe die Eltern. Und wieder sitzt ein Kind – diesmal ein Kind des Reformators – mit Eselsmaske in der Runde der Geschwister. Aber diesmal will der Vater, dass das Kind die Maske wegwirft. Er findet solche Strafen dumm und falsch. Denn er hat gelernt: Angst ist ein schlechter Pädagoge. Gott will uns nicht bestrafen. Gott liebt uns wie Eltern ihre Kinder.

Ulrike Samse, die Leiterin der Kinderkantorei, hat diese Erkenntnis des Reformators bei der Aufführung des Musicals noch einmal verstärkt. Sie streute immer wieder das Stück „Wir sind Gottes Kinder“ aus dem Pop-Oratorium „Luther“ von Dieter Falk in das Kindermusical ein. Bei diesem Stück wurde die Kinderkantorei unterstützt vom Gospelchor der Gemeinde. Organisch und übergangslos eingeflochten unterstrich der Song die zentrale Aussage des Musicals. Und er avancierte schnell zum Hit beim Publikum, das begeistert mitklatschte.

Am Ende stehende Ovationen für alle Beteiligten: für den den Gospelchor, Susanne Friedrich-Bode am Klavier, Mats Altena an der Percussion, die Leiterin Ulrike Samse und vor allem die Kinder der Kantorei.

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